Das Wetter spielte mit und so wurden unsere diesjährigen Feierabend-Schoppen zum Treffpunkt für Jung und alt. In entspannter Atmosphäre am Kulturhaus genossen unsere Besucher erstmals den „Frozen Apérol“ aus der Slushy-Maschine sowie leckere Weine aus der Region. Grillwürste und -käse, Wildbratwürste und nicht weniger als 70 Portionen Zwiebelkuchen von den Landfrauen rundeten das kulinarische Erfolgsrezept ab.
Wir danken allen Gästen für die schönen gemeinsamen Stunden.
Der „Agricultural and Rural Inspiration Award“ (ARIA) ist ein Wettbewerb, der vom europäischen GAP-Netzwerk organisiert wird, um inspirierende und zukunftsorientierte Projekte zu würdigen, die die Zukunft des ländlichen Europas gestalten und durch Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) unterstützt werden. Unter allen Bewerbungen aus ganz Europa werden 24 inspirierende Projekte für einen Preis in einer der thematischen Kategorien nominiert. Aus Deutschland gehen nur fünf Vorhaben ins Rennen. IgersWein e.V. ist nun einer der Finalisten.
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Neben unseren 2.000 ökologisch bewirtschafteten Rebstöcken stehen über 200.000 fleißige Weinbergbienen und eine Streuobstwiese für zeitgemäße Biodiversität. Besonderes gekennzeichnete Rebstöcke sind für Wanderer, Spaziergänger und Genießer zum kostenlosen Verzehr reserviert. Diese ‚Genusstrauben‘ sollen schmackhafte Botschafter einer gesunden Natur sein. Ohne Fleiß kein Preis: Die ehrenamtliche Arbeit unserer Mitglieder ist herausragend, deren Lohn sind schmackhafte Tröpfchen und jede Menge Glücksmomente.
Durch die Teilnahme an örtlichen Angeboten wie dem monatlichen Erlebnis-Markt oder dem jährlichen Gassenfest hat sich IgersWein einen festen Platz im Herzen der Igersheimer und darüber hinaus erarbeitet. Mit dem neuen GenussWagen konnten wir einen kleinen aber feinen Treffpunkt für Genießer jeglicher Richtung etablieren. Die Einbindung lokaler Gruppen wie den Landfrauen mit ihrem leckeren Zwiebelkuchen oder den Jägern mit deren herzhaften Wildbratwürsten macht unseren GenussWagen zum beliebten, kulinarischen Anlaufpunkt.
Die Verteilung des Weins ist einfach und gerecht geregelt: einen Teil erhält die Gemeinde, jedes Vereinsmitglied zwei Flaschen pro Jahr und jeder kann durch die Arbeit im Weinberg so genannten ‚Fleißwein‘ ermäßigt und in begrenztem Umfang erwerben. Zum freien Verkauf steht der Wein exklusiv im Igersheimer BürgerLädle – Versand ausgeschlossen. Und schließlich wird der Wein bei lokalen Märkten und dem beliebten IgersWeiner Feierabend-Schoppen ausgeschenkt. Ein Besuch im BürgerLädle oder beim Feierabend-Schoppen lohnt sich.
Igersheim blickt auf eine jahrhundertealte Weinbautradition zurück. 105 Jahre nach Ende des Weinanbaus wegen Frost und Schädlingen wurde der Verein IgersWein mit dem Ziel gegründet, die verloren gegangene Identität Igersheims als Weinbaugemeinde neu zu beleben. Im Vordergrund standen dabei Werte wie Gemeinschaft, Umwelt und Tradition; nicht Gewinn. Dieses Gemeinschaftsprojekt ist Generationen übergreifend und langfristig angelegt. Es lebt von der Motivation der Mitglieder, der Identifikation der Igersheimer und der Kooperation mit lokalen Partnern, wie den Weingärtnern Markelsheim.
Die von den Mitgliedern selbst gebaute ‚Remise Rebenblick‘ am Bürgerweinberg ist Treffpunkt für Arbeitseinsätze, Materiallager und Ort der Begegnung und Geselligkeit. Hier finden jedes Jahr die Mittsommer-Weinprobe und andere Veranstaltungen statt. Es gibt Wasser und Strom sowie ein Öko-WC. Vereine der Region können sie kostenlos mieten. Die überdachte Terrasse ist frei zugänglich und eröffnet einen grandiosen Blick auf die Reben und die gegenüber liegende, unverbaute Naturlandschaft. Abseits vom Lärm der Straße kam man hier die Stille genießen, durchatmen und die Seele baumeln lassen – einfach so und ganz ohne Anmeldung.
IgersWein wird ausschließlich von pilzwiderstandsfähige Rebsorten, so genannten PIWIs, gewonnen. Diese speziellen Züchtungen klassischer Rebsorten verfügen über eine hohe Resilienz gegen typische Pilzkrankheiten und vertragen die neuen klimatischen Bedingungen. Frische Wege beschreiten wir bei unseren Pfandflaschen, die seit 2025 in die Kreislaufwirtschaft integriert sind. Auch scheuen wir uns nicht, zur Realisierung unserer Wünsche und Bedarfe ein Crowd-Funding zu initiieren. All das kommunizieren wir ehrenamtlich und in Eigenregie über die Presse, das Internet und die Sozialen Medien.

Durch Peter Hauk MdL, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg, wurde am 22. April 2024 die Schutzhütte „Remise Rebenblick“ auf dem Igersheimer Bürgerweinberg offiziell eingeweiht. Minister Hauk, der die Festrede hielt, betonte: „Der Weinbau hat in Igersheim lange Tradition und wird durch das Projekt ,Remise Rebenblick‘ wieder erlebbar gemacht. Das LEADER-Projekt verbindet bürgerliches Engagement mit nachhaltiger struktureller Entwicklung. Es zeigt, dass auch kleinere Projekte große Wirkung für die Weiterentwicklung im Ländlichen Raum entfalten können.“
Vorher hatte Andreas Berns, 1. Vorsitzender von IgersWein e.V., Mitglieder, Gäste und Ehrengäste begrüßt, unter anderem den ehemaligen Bürgermeister von Igersheim, Manfred Schaffert und die Vorsitzende der Kalroben, Susann Schäfer. Auch der Vorsitzende der Weingärtner Markelsheim (WG), Michael Schmitt war zur Einweihungsfeier gekommen. Denn erst durch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Weingärtner und deren Erfahrung ist es möglich, die Weine vom Igersheimer Bürgerweinberg professionell auszubauen.
Hier geht’s zur Bildergalerie der Einweihung
In einem kurzen Rückblick skizzierte Andreas Berns den Werdegang von der ersten Idee bis zur Fertigstellung. So konnte der Bau der Remise in der Rekordzeit von ca. sieben Monaten abgeschlossen werden. „Nachhaltigkeit und Regionalität haben wir großgeschrieben. Bei Ziegeln, Dachsparren, Fenstern und der Eingangstür kamen ausschließlich Altmaterialien zum Einsatz. Und die Bretter für die Außenhülle stammen aus dem Igersheimer Gemeindewald“, so Berns. Ermöglicht wurde der Bau im Wesentlichen durch die Förderung der LEADER-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Hohenlohe-Tauber e.V. Weitere finanzielle Unterstützung erfuhr IgersWein e.V. durch die Manfred-Schaffert-Bürgerstiftung sowie durch eine eigens ins Leben gerufene Crowdfunding-Kampagne. Berns dankte allen an der Finanzierung beteiligten Organisationen und privaten Spendern. Besonders lobte er den unermüdlichen Einsatz vieler Vereinsmitglieder und ehrenamtlicher Helfer: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir diese Einweihung heute feiern können. Es war ein wirklicher Kraftakt für uns; dafür bin ich zutiefst dankbar“, sagte der Vorsitzende.
Die Württembergische Weinkönigin Larissa Salcher zeigte sich beeindruckt ob der Leistungen des noch jungen Vereins: „Was hier in weniger als 10 Jahren entstanden ist, finde ich wirklich enorm. Gut dastehende Reben pilzwiderstandsfähiger Sorten, eine Streuobstwiese, Bienenvölker, ein Trockenmauer-Biotop und nun noch die Remise – der Bürgerweinberg hat sich zu einem wahren Kleinod entwickelt. Er ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Ortsansässige und Touristen, sondern gibt den hiesigen Bürgerinnen und Bürgern auch ein Stück ihrer Identität zurück.“

Den Weinbau als Bindeglied im Kreis und die regionale Zusammenarbeit unterstrich Florian Busch, Erster Landesbeamter des Main-Tauber-Kreises, in seinem Grußwort: „Die jahrhundertealte Weinbautradition ist fest im Main-Tauber-Kreis verwurzelt und bis heute ein fester Bestandteil unserer Kultur und Wirtschaft. Umso wichtiger ist, dass es in der Bevölkerung eine Akzeptanz und Wertschätzung für die Winzer und ihre Arbeit in den landschaftsprägenden Weinbergen gibt. Dies wird durch IgersWein e.V. vorbildlich vorgelebt. Daher bedanke ich mich bei allen Beteiligten für Ihr Engagement.“
Schließlich lobte Frank Menikheim, Bürgermeister der Gemeinde Igersheim, den Bürgerweinberg und IgersWein e.V. als ‚Vorzeigeprojekt in Sachen bürgerschaftliches Engagement, Zusammenhalt und Identitätsbildung‘. „Der Verein ist Abbild der bunt gemischten, aufgeschlossenen und zupackenden Bevölkerung Igersheims. Aus dem Gemeindeleben ist IgersWein nicht mehr wegzudenken und ich bin stolz, dass wir 2017 den Mut bewiesen haben und dieses auf Jahrzehnte angelegte Projekt angegangen sind“, so Menikheim abschließend.
Auch geistlichen Segen empfing die Remise: Pfarrer Uwe Krauß hielt eine semantisch-philosophische Rede zur Vorsilbe Re- (im Begriff Remise), was ‚Wiederholung oder Erneuerung‘ bedeutet, bevor er die Schutzhütte zusammen mit Pfarrer Silvester Chasweka weihte. Das gemeinsam gesungene Lied ‚Großer Gott wir loben dich‘ beendete die christliche Segnung.
Im Anschluss an die Redebeiträge wurde die „Remise Rebenblick“ offiziell durch das Enthüllen des historischen Reliefs über der Eingangstür durch Minister Hauk freigegeben.
Reiner Friedrich, 2. Vorsitzender des Vereins, sorgte zusammen mit seiner Frau Andrea und Vereinsmitglied Karl Ehrmann für das leibliche Wohl. Bei Bratwurst, Wein, guten Gesprächen und endlich Sonne fand der Nachmittag einen kulinarischen Abschluss.
Nach nur sieben Monaten Bauzeit konnten wir unsere Schutzhütte am Bürgerweinberg in Igersheim, die „Remise Rebenblick“, fertigstellen. Eine Bildergalerie dokumentiert die einzelnen Bauabschnitte und umfangreichen Vorbereitungen und Aktivitäten.
Wir danken an dieser Stelle allen Spendern, Mitgliedern, freiwilligen Helfern und Unterstützern für das überragende Engagement sowie der LEADER-Aktionsgruppe Hohenlohe-Tauber für ihre großzügige Zuwendung.
Gesucht wurden die herausragendsten Projekte, die im Rahmen der Gemeinsamen Landwirtschaftspolitik (GAP) finanziert und auf lokaler Ebene umgesetzt werden – Projekte, die grün, intelligent, sozial inklusiv, innovativ und widerstandsfähig sind. Gemeinschaft, Ehrenamt, Integration und gelebte Tradition – der Bürgerweinberg am Igersheimer Kirchberg verbindet Generationen und Menschen.
Aus Deutschland gehen fünf Vorhaben aus fünf Bundesländern ins Rennen. Im Herbst hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, bei einer Online-Abstimmung ihre Favoriten zu unterstützen.
Die Nominierung auf europäischer Ebene ist eine großartige Anerkennung für das Engagement unserer Vereinsmitglieder!
Jetzt heißt es Daumen drücken und im Herbst abstimmen. Demnächst an dieser Stelle mehr.
